„Wir hatten natürlich keinen Plan B“ – The Majority Says im Interview

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Nein, bis nach Schweden sind wir für das Interview ehrlich gesagt und trauriger Weise nicht gefahren. Aber per Mail durften wir unsere Fragen an die Schweden The Majority Says loswerden. Axel Engström, der für gewöhnlich den Bass spielt, hat geantwortet und uns unter anderem erklärt, worum es in den Songs auf dem aktuellen Album „The Majority Says“ geht:

JOINMUSIC: Axel, während ich diese Email schreibe, stelle ich mir vor, dass diese irgendwo ins Nirgendwo von Schweden geht. Stimmt das? Wo bist Du momentan und was machst Du dort?

Axel: Ja, das stimmt sogar irgendwie. Momentan bin ich in einem Studio in der Nähe eines Flugplatzes außerhalb von Linköping. Also, ja, es stimmt quasi.

JM: Ihr habt mal erwähnt, dass der schwedische Winter Eure wichtigste Inspirationsquelle ist. Ich hätte dann mit dunklen, traurigen Songs gerechnet, aber das trifft nicht wirklich auf Euer Album zu. Höchstens „Raindrops“ und „You Steal I Steal“ klingen ein wenig so, wie ich mir den schwedischen Winter vorstelle. Wieso genau und wie genau inspiriert Euch dieser Winter?

A: Der schwedische Winter ist natürlich kalt, das könnt Ihr Euch vorstellen, und darum möchte man am liebsten drinnen sein. Er veranlasst uns dazu, uns im Studio zusammen zu kuscheln, und unsere Gefühle und Gedanken des Sommers zu sammeln.

JM: Ich bin mir ziemlich sicher, dass Ihr auch noch andere Inspirationsquellen habt. Welche sind das? Und wie zeigt sich das in Euren Songs?

A: Unsere Songs drehen sich darum, wo wir momentan im Leben stehen. Es geht darum, jung zu sein, aber älter zu werden. Wir sind sechs junge Leute mit einer Menge Gefühle und Beziehungen und sowas. Und genau darum geht es dann auch in unseren Songs.

JM: Seit wann macht Ihr zusammen Musik? Und wie habt Ihr Euch überhaupt kennengelernt?

A: Jonathan und Emil machen seit sie zwölf Jahre alt sind zusammen Musik. Wir sind alle Freunde und haben uns durch die Musik getroffen und so machen wir mittlerweile seit vier Jahren zusammen Musik.

JM: Wieso habt Ihr Euch entschieden Musiker zu werden? Ihr seid ja noch sehr jung, hattet Ihr jemals einen „Plan B“, oder einen anderen Traumjob?

 A: Wenn man einen „Plan B“ hat, dann heißt das ja irgendwie, dass man nicht an seinen „Plan A“ glaubt. Also hatten wir natürlich keinen „Plan B“. Aber am Ende hätten wir so oder so irgendwie mit Musik gearbeitet denke ich.

JM: Wie schafft Hanna es eigentlich, mit fünf Jungs in der Band auszukommen? Und Ihr überhaupt, Ihr seid sechs Leute, die immer viel und nah beieinander sind. Ist das nicht manchmal ein bisschen nervig? Vor allem auf Tour?

A: Hanna wird das sehr oft gefragt und dann sagt sie, dass das echt ok ist für sie. Wir sind echt nette Kerle und sie hat inzwischen gelernt damit umzugehen. Und ja, wir sind sechs Leute, aber es ist wirklich kein bisschen nervig, ob man’s glaubt oder nicht. Wir kommen gut miteinander aus, wie eine Familie.

JM: Ihr seid dieses Jahr schon auf riesigen Festivals gewesen, wie dem SXSW in Austin. Wie war das? Und wie ist es allgemein für Euch auf Tour zu sein? Mögt Ihr es lieber, vor einer riesigen Menschenmenge aufzutreten, oder eher im kleinen Kreis?

A: Das SXSW Festival war wirklich riesig. Es war vor allem toll für uns, einen warmen Februar zu erleben. Wir bevorzugen keine Konzertgröße. Wir möchten vor einem Publikum spielen, das unserer Musik zuhört, unabhängig davon, wie groß die Bühne ist. Natürlich sind riesige Bühnen echt cool und man bekommt ein tolles Gefühl, was anders ist, als das bei einer kleinen und intensiven Club-Show. Aber beide Szenarien gefallen uns.

JM: Ihr werdet beschrieben als die perfekte Symbiose aus Mumford & Sons und The Cardigans. Wie würdet Ihr selbst denn Eure Musik beschreiben?

A: Wir versuchen unsere Musik in keine Schublade zu stecken. Wir machen das, was sich richtig anfühlt. Es gibt einige unveröffentlichte Songs und die klingen weder nach The Cardigans noch nach Mumford & Sons. Vielleicht wird das nächste Album auch noch mehr nach den 80ern klingen, aber das weiß ich natürlich jetzt noch nicht.

JM: Ich habe auch gelesen, dass jeder von Euch seine ganz eigenen musikalischen Präferenzen hat, die sich teilweise sehr voneinander unterscheiden. Was genau sind Deine Präferenzen und woher kommen diese? Von Deinen Eltern, Freunden, besonderen Ereignissen?

A: Einige Präferenzen stammen tatsächlich von meinen Eltern, andere sind eher eine Reaktion auf meine Eltern. So habe ich zum Beispiel eine Menge Hardcore und Punk gehört, nur um meine Eltern zu nerven. Alle Richtungen entstammen verschiedenen Lebensphasen.

JM: Ihr habt Euch entschieden zusammen mit Warner zu arbeiten. Wieso ein Major Label? Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?

A: Wir wollten mit einem Major zusammenarbeiten, oder es zumindest versuchen, weil wir finden, dass unsere Musik sehr natürlich in die Major-Label-Welt passt. Und bis jetzt haben wir gute Erfahrungen gemacht. Natürlich muss man manchmal Kompromisse eingehen, die man vorher nicht gemacht hat, aber so läuft das halt. Und wir können immer noch Musik machen, wie wir es wollen, also ist alles gut.

JM: Wie kamt Ihr auf die Idee mit den Prelistening-Videos? Also, die Idee, nicht nur Audios zur Verfügung zu stellen, sondern ganze Videos, und die Idee der Story hinter den Videos? All diese Farben, der Wald, der Rauch, das junge Mädchen…?

A: Wir wollten, dass die Menschen einen Eindruck gewinnen können, wie unser Album klingen wird. Und der Rest entstand aus der Zusammenarbeit mit einem vielversprechenden Filmemacher, Martin Hultgren aus Linköping.

JM: Was sind Eure Pläne und Wünschen für den Rest des Jahres?

A: Im Herbst gehen wir auf Europatour und wir wünschen uns, neue Leute zu treffen und vor einem großen Publikum zu spielen. Spread the word about The Majority Says!

JM: Was sollen die Leute tun, während sie Euer Album hören?

A: Tanzen, weinen, Liebe machen, eine Zigarette rauchen, sich einsam fühlen. Was auch immer, für uns zählt, dass die Leute wirklich etwas fühlen, wenn sie sich unser Album anhören. Es soll nicht bloß Hintergrundmusik sein. Bitte, setzt euch hin, schließt Eure Augen und hört Euch an, woran wir die letzten zwei Jahre gearbeitet haben. Und ich bin mir sicher, Ihr werdet etwas fühlen!
 
Foto: Samuel Westergren

Entdeckte Musik durch ihre Oma, die mit ihr Kinderlieder am Telefon sang. Damals, irgendwo zwischen Ruhrgebiet und Niederrhein. Dann für's musikorientierte Studium in die Niederlande und nach Finnland. Derzeit wohnhaft in Hamburg. Und die Liebe zur Musik nicht verloren.

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