„WIR SIND DOCH KEINE PROG-BAND“ – Suuns im Interview

NickHelderman4

Die Nullen – so die Übersetzung des an das thailändische Zahlwort angelegten Bandnamens – haben mit „Hold/Still“ ihr inzwischen drittes Studio-Album vorgelegt (wenn man die gemeinsam mit „Jerusalem in My Heart“ 2015 erschienene Ko-Produktion nicht mitzählt) und damit einmal mehr musikalisches Neuland betreten. Die sowohl musikalisch als auch intellektuell verwinkelten Sounds zwischen gitarrigen Noise-Schleifen, Digital-Effekten, Rhythmus-Maschinen und traditionellem Song-Writing können alles Mögliche. Allein der Zuordnung zu bestehenden Genre-Schubladen verweigern sie sich. Was die Band per se zu einem Ear-Catcher macht – vollkommen unabhängig von eigenen ästhetischen Präferenzen. Zu keiner Zeit der noch nicht wirklich lange-währenden Pop-Musik-Historie waren die freiwillig bzw. absichtlich Unangepassten seltener, war die Verweigerung einer bestimmten Stromlinienförmigkeit derart vorm Aussterben bedroht. Höchste Eisenbahn also, das Quartett aus Montreal zu treffen. Sänger-Gitarrist Ben Shemie und Schlagzeuger Liam O’Neill standen in Berlin Rede und Antwort.

JOINMUSIC: Im Waschzettel für Euer neues Album „Hold/Still“ werden James Holden und Andy Stott als musikalische Einflüsse genannt. Ist das ein strategischer Promo-Coup oder beeinflusst Euch die Musik dieser beiden Produzenten tatsächlich?
BEN: Klar – das ist schon eine ganz andere Art Musik. Aber um Deine Frage zu beantworten, ob das jemand für uns erfunden hat: Nein, das sind tatsächlich zwei Künstler, die wir viel hören, mit denen wir auch probiert haben, zusammenzuarbeiten. Das name-dropping ist also auf keinen Fall unter Promo-Bullshit einzuordnen. Es ist ja ziemlich eindeutig, dass unser Album kein elektronisches bzw. rein-elektronisches ist. Aber es gibt eben bestimmte Klänge und Vibes auf den Alben der beiden, die wir zwar nicht nachahmen wollen, die aber als Referenz-Punkte für uns wichtig sind.
LIAM: Stimmt. Und diese Referenzen spielen vor allem während der Komposition bzw. unseren gemeinsamen Anstrengungen, einen Song funktionieren zu lassen, eine wichtige Rolle. Dafür beziehen wir uns auf elektronische Künstler wie diese beiden. Sie sind schlicht hilfreich.

JOINMUSIC: Mit diesen beiden Genannten im Hinterkopf: Seid Ihr auch von anderer, banalerer elektronischer Musik beeinflusst, also die Art, zu der der Mainstream tanzt?LIAM: Du meinst Club-Sounds?
BEN: Ja, schon.
LIAM: Klaro. Bzw. hängt davon ab. Wir hören alle sehr unterschiedliche Sachen. Ich persönlich höre nicht viel Club-Musik. Aber auch die kann hilfreich sein. Keine Ahnung.
BEN: Ich höre so ein Zeug. Ich würde es aber nicht banal nennen.

JOINMUSIC: Mir sind die mindestens subtilen Unterschiede zwischen Leuten, die gern Torten schmeißen und Richie Hawtin bewusst. War nur neugierig, was Ihr bei Eurem DJ-Gig in Istanbul aufgelegt habt?
BEN: Oh Mann, das…
LIAM: Also, das. Das war in einer Bar.
BEN: Das wäre wohl nicht sehr repräsentativ für das, was wir gerne spielen würden. Das war in einer ganz kleinen Bar …
LIAM: … und wir haben auch nicht „aufgelegt“. Wir waren zu Besuch und einer unserer Freunde dort hat eben diese Bar. Auf meinem Telefon waren vier Alben und bei den anderen sah es ähnlich aus. Aber – ich hatte einen Riesen-Spaß.
BEN: Aber um einen Schritt weiter zu gehen: Würde man uns zu einem echten DJ-Gig einladen, würden wir mit Sicherheit sehr unterschiedliche Sachen spielen. Jeder in der Band würde etwas anderes auflegen. Von Classic-Rock, über Hip-Hop bis zu ganz normalen Club-Sounds. Einmal quer-beet.
LIAM: Als Band – wenn wir alle unsere Geschmäcker zusammen nähmen – sind wir ziemlich eklektische Hörer. Und irgendwie war auch das Ding in Istanbul ein bisschen so. Ich habe Sachen von Mark Fell gespielt, so technisches Zeug halt. Und Joe …
BEN: Der hat Nas aufgelegt.
LIAM: Hall & Oates, verrücktes Zeug.

JOINMUSIC: Apropos „verrückt“ – da gibt’s ein Zitat von Euch: „Damit ein Song ein Suuns-Song sein kann, muss er elektronisch gefärbt werden.“
LIAM: Ich hab das gesagt.

JOINMUSIC: Gut – wer hat dabei das letzte Wort?
LIAM: Das letzte Wort?

JOINMUSIC: Ich denke da an diese typische Schlafzimmer-Produzenten-Situation mit nur einer Maus und einem Bildschirm – es ist keine gemeinsame Anstrengung …
LIAM: Ach so, jetzt weiß ich, was Du meinst. Alles klar. Also. Naja, diese Band kann manchmal unendlich demokratisch sein. Es hängt davon ab, wer’s macht. Ich bin der Schlagzeuger: Gibt es einen Song, bei dem noch Drum-Programming fehlt, mach ich das halt. Also setze ich mich an meine Drum-Machine oder mache Ableton an. Wenn bei einem anderen Song Synthie-Kram gefragt ist, dann macht Max was. Ich will Dir zwar keine unzufriedenstellende Antwort geben, aber es ändert sich von Song zu Song. Also zumindest, was unsere Meinungen angeht. Was die Gesamt-Ästhetik betrifft, wäre das wohl eher Dein Ding, oder?
BEN: Weiß nicht. Aber ich glaube, ich ahne, worauf Du hinauswillst. Elektronische Musik ist mehr ein Einzel-Unternehmen. Eine Person setzt die Parameter. Was sich als Band eigentlich verbietet. Andererseits: Wir machen ja auch keine elektronische Musik. Um auf Deine Frage nach dem letzten Wort zurückzukommen: generell gilt, dass wir, wenn wir uns die Aufnahmen und Mixe gemeinsam anhören, ähnlich empfinden, zumindest bezogen auf die Frage, was nicht funktioniert. Und dann ändern wir es entsprechend. Ganz selten passiert es mal, dass jemand sagt: Damit kann ich nicht leben. Dagegen lege ich Veto ein. Es gibt halt Dinge, da macht man keine Kompromisse. Aber im Großen und Ganzen teilen wir unsere Ansichten.
LIAM: Ja, als Band sind wir ja jetzt auch alt genug. Wir wissen, was für uns funzt, und was nicht.

JOINMUSIC: Sind die Notwendigkeit und die Möglichkeit, Eure Sachen live zu spielen, etwas, worüber Ihr bei der Entstehung von Songs nachdenkt?
Liam: Unbedingt.
BEN: Klar.
LIAM: Wenn wir Songs schreiben und ins Studio gehen, machen wir das, indem wir ganz viel live jammen.
Ben: Genau.
LIAM: Ich glaube, wir zäumen das Pferd eher von hinten auf. Und dann verändern sich die Songs im Studio. Es ist manchmal, als würden wir sie neu spielen lernen.
BEN: Aus kompositorischer Sicht ist das auf jeden Fall relevant. Wenn ich etwas richtig gut finde, dann will ich das auch spielen können. Und es nicht nur hören. Das gibt Dir dann so einen Ruck: Das wär doch cool zu spielen oder vor Publikum zu präsentieren. Das ist ein guter Gradmesser dafür, ob der Song gut ist oder nicht.
LIAM: Sicher – das gilt insbesondere für uns, weil wir uns als Performer sehen und unsere Live-Show die Band wohl am wahrhaftigsten repräsentiert. Das Live-Spielen ist zentral für uns

JOINMUSIC: Ich frage das, weil ich vor ein paar Jahren mit Euren kanadischen Landsmännern von Royal Canoe sprach.
LIAM: Die sind aus Winnipeg, oder?

JOINMUSIC: Genau. Auch ihre Musik enthält jede Menge elektronische Elemente. Live allerdings wäre es ihr Ziel, die Songs so nah wie möglich an der Studio-Version zu spielen. Auch wenn ihnen dieser Ansatz keinerlei Raum für Improvisation lässt. Wie steht Ihr dazu?
LIAM: Naja, wir sind ja ne Jazz-Band. Und halt nicht so verdammt schwach.
BEN: Von einer Jazz-Band sind wir tatsächlich nicht so weit entfernt.
LIAM: Im Ernst, wir sind alle Jazz-Musiker. Und wir improvisieren viel. Und unsere Songs sind sehr offen.
BEN: Ich glaube auch. Und die Idee hinter dem Royal Canoe-Ansatz, wo Du mit Backing Tracks und dergleichen arbeitest, an die Du dann gebunden bist, die gefällt mir überhaupt nicht. Diese Freiheit einfach nicht zu haben. Und wenn dann was nicht funktioniert, bist Du der Situation sklavisch ausgeliefert.
LIAM: Du machst Dich zum Sklaven der Maschine.
BEN: Genau. Außerdem bedeutet das, dass wenn Du für ein Jahr auf Tour bist, Du dieselben Songs jeden verdammten Tag auf ein und dieselbe Art und Weise spielst. Das ist nicht soooo lustig. Du kannst nichts anpassen oder verändern, nicht einmal das kleinste bisschen. Noch nicht einmal die Dinge, die über die Dauer der Zeit von ganz allein passieren würden. Was ganz wichtig ist. Ein Jahr später hören sich die Songs ganz anders an, weil sie sich entwickelt haben und interessanter klingen.
LIAM: Ich glaube, wir könnten das nicht mal machen, wenn wir es versuchten. Musikalisch halte ich uns für viel zu unstet. Wir probieren ständig neue Sachen aus, für interessieren uns für Improvisation und Jazz. Und das für mich und alle anderen in der Band unablässig.

JOINMUSIC: Könnte es je eine Suuns Un-Plugged-Platte geben?
BEN: Wie meinst Du das?

JOINMUSIC: Nur akustische Instrumente.
LIAM: Keine Keyboards?

JOINMUSIC: Nein – auch keine verzerrten Bass-Drum-Sounds.
LIAM: Puh…
Ben: Ich glaube, wir brauchen noch ein Studio-Album mehr, bevor wir das angehen. Es gibt immer Songs ein paar Songs, die Du auf einer Gitarre spielen und dann dazu singen kannst. Wir haben nur noch nicht genug, um ein ganzes Set zu füllen. Es gibt auch ständig Anfragen für so was – wie heißt das noch mal?
LIAM: Blog Attack.
BEN: Blog Attack. Und wir lehnen immer ab, weil …
LIAM: Wenn man’s genau nimmt, haben wir einmal ja gesagt. Haben wir hatten auch gesagt, dass wir nicht nur akustisch spielen würden und die waren einverstanden.

JOINMUSIC: Um endlich auch mal auf Euer neues Album zu sprechen zu kommen – die Song-Trilogie „Careful“, „Brainwash“ und „Paralyzer“ schreit geradezu danach, geremixt zu werden. Gab es bei der Fertigstellung von „Hold/Still“ Momente, in denen Ihr Euch gerne selber remixt hättet?
BEN: Es gibt definitiv Songs, die sich über Jahre entwickelt haben. Songs, an denen wir so lange arbeiten und so lange ändern, bis wir ein Arrangement oder eine Stimmung gefunden haben, mit der wir glücklich sind. Das ist aber ein kontinuierlicher Prozess. Was die drei von Dir genannten Songs angeht – die sind ja nun wirklich speziell.
LIAM: Lustig, dass Du ausgerechnet die drei herausgepickt hast.

JOINMUSIC: Weil sie herausstechen.
BEN: Für mich handelt es sich bei diesen drei Songs um die interessantesten Songs auf dem ganzen Album. Unter anderem deshalb, weil sie so variantenreich sind.
LIAM: Ich kann mir gut vorstellen, unsere eigenen Remix anzufertigen. Zum Beispiel für „Brainwash“. Da ist diese eine Stelle mit den unglaublichen lauten Drums und dann diese Art Folk-Song. Ich glaube, wir könnten sehr gut ähnlich verrückt klingende Sachen damit anstellen. Diese spielerischen Momente, das Ausprobieren, wenn wir neue Songs schreiben. Ganz vieles wird aber auch aus dem Stegreif gemacht, mehr oder minder improvisiert. Fühlt sich irgendwie frisch an.
BEN: Würde wir „Careful“ noch mal aufnehmen, würde es sich anders anhören. Mit Sicherheit. Da schwingt etwas mit in dem Moment, in dem Du aufnimmst und in den Entscheidungen, die Du ad-hoc triffst. Im Falle von „Brainwash“, dem wahrscheinlich extremsten Beispiel für das, was Du gerade angesprochen hast, war es allerdings genau so auch gedacht. Es war nicht so, dass wir einen Song hatten und dann entschieden haben, da muss jetzt noch irgendwas verrückt klingendes dazu. Es sollte von Anfang an so klingen.
LIAM: Ja, so wurde der Song komponiert.
BEN: Klar könnten wir uns ad infinitum selber remixen und neue Versionen unserer Songs produzieren. Eine akustische zum Beispiel…
LIAM: Das wäre in der Tat ne gute Akustik-Nummer…
BEN: Ja, warum nicht…
LIAM: Ich würde ’ne Cajon spielen.
BEN: Hmm. Und was ist mit den Heavy-Teilen?
LIAM: Tablas – keine Ahnung
BEN: Alter, das würde sich anhören wie Mülltonen-Trommeln.

JOINMUSIC: Zurück zum Remix-Business, mit dem Ihr ja Erfahrung habt – Ihr gebt Eure Songs raus für andere zum Remixen. War es auch schon mal umgekehrt, dass Ihr Sachen von anderen remixt habt?
BEN: Ja, dann und wann gibt’s da Anfragen. Da findet sich dann immer einer in der Band, der das in die Hand nimmt. Passiert aber nicht so häufig. Für „Hold/Still“ haben wir aber einige machen lassen. Es ist eine indirekte Art und Weise, miteinander zusammenzuarbeiten, ohne dass man sich trifft oder auch kennt. Aber es ist natürlich ein cooles Gefühl, wenn das jemand macht, den Du bewunderst. Dann weißt Du, dass die sich Deine Musik anhören werden und sich damit auseinandersetzen. Ein kleines Kompliment.

JOINMUSIC: Trotz all Eurer klanglichen Experimentierfreude, gerade auf Eurem neuen Album „Hold/Still“ – rhythmisch geht ihr keine Risiken ein, oder? Alles 4/4, nichts Ungerades oder Schiefes.
BEN: Oh Gott, nein. Wir sind keine Prog-Band.
LIAM: Haben wir früher gemacht. Damals.
BEN: Damit so was passiert, muss es sich schon echt gut anfühlen. Dann muss alles stimmen. Es ist nicht so, dass ich das für immer ausschließe, aber bislang hat es sich eben nicht so richtig angefühlt.
LIAM: Ich halte das für ne gute Idee. Danke dafür.

JOINMUSIC: Danke für das Interview.


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JOINMUSIC: The promo sheet for „Hold/Still“ mentions James Holden & Andy Stott as musical influences. Is that a strategic promo stunt or is the music of these two producers really influential for & on your own? The music on your new album “Hold/Still” – at least to my ears – is pretty far away from the music of James Holden’s & Andy Stott’s.
BEN SHEMIE: Yeah – it’s definitely a different kind of music. But to answer your question if somebody wrote this for us: No, those are two artists we listen to a lot, with whom we’ve even attempted to collaborate with in the past. So their mentioning is not promo-bullshit at all. I mean, obviously our record isn’t like an electronic or purely electronic music record but there are certain sounds or vibes off of some their records that we don’t try to redo, but they are reference points for us.
LIAM O’NEILL: I agree. A lot of those references come up in composition or our strategic efforts to make a song work . And it is for these things that we refer to electronic musicians and artists like that. They’re helpful references for us.

JOINMUSIC: Having said this – do you also feel an influence stemming from more banal aspects of electronic music, for example the kind you dance too?
LIAM O’NEILL: You mean like club music?
BEN SHEMIE: Yeah.
LIAM O’NEILL: Sure. It depends. We all listen to different things. I personally don’t listen to very much club music. But, ehm, sometimes it’s helpful. I don’t know.
BEN SHEMIE: I do. I wouldn’t call it banal, though

JOINMUSIC: I know that there are at least subtle differences between guys who just like to throw cakes and Richie Hawtin. But I just read that you were DJing in Istanbul and was wondering what you guys played there?
BEN SHEMIE: Oh man, that …
LIAM O’NEILL: Well, that. That was at a bar.
BEN SHEMIE: That wouldn’t be representative of what we would like to play. It was just a small bar …
LIAM O’NEILL: … and we were not like “djing”. We were pretty much just visiting there and our friend owns this bar and I, you know, I just had my phone with four records on it and I think all of us were in this situation. Although – I had a great time.
BEN SHEMIE: But – to take it one step further – should we be asked to dj in a more traditional way we would definitely be playing a lot of different stuff. Everybody in the band would play differently. It would go from classic rock, to Hip Hop to straight up club music for sure. It would be all over the place.
LIAM O’NEILL: As a band – if we took all of our tastes into account – we’re very eclectic listeners. I think the night in Istanbul was a little bit like that, too. I played like Mark Fell and all this really techy stuff. And Joe …
BEN SHEMIE: He played like, Nas.
LIAM O’NEILL: Hall & Oates, very crazy.

JOINMUSIC: Touching on crazyness – there’s a quote by one of you guys, that goes: “For a song to be a Suuns song it has to coloured by electronics.”
LIAM O’NEILL: I said that.

JOINMUSIC: Ok – who has the last word on the colourization process?
LIAM O’NEILL: Who has the last word …?

JOINMUSIC: I’m thinking of that allegedly typical situation where there’s one mouse and one screen – it’s not a collaborative effort …
LIAM O’NEILL: Oh – I see what you mean. Oh, yeah. Ok. So – this band is endlessly democratic, sometimes, I feel. It depends on who’s doing it. Sometimes there’s a song, that is really in need of some drum programming. Since I’m the drummer, I’ll be like: Ok, I’ll do that. And then I write some stuff on my drum machine, do stuff in ableton. Or another song requires really synth-heavy things so then it’s Max doing something. You know – I don’t want to give an unsatisfying answer but it is different for every song. In terms of just like our opion of it. And if the aesthetic is convincing, I don’t know, would that be you? Kind of you.
BEN SHEMIE: I don’t know. But I think I grasp what you’re on to. Electronic music is more like a singular kind of venture. One person putting up the parameters. Whereas as a band, you can’t have that kind of approach. But then again I don’t think we’re making what would be considered electronic music, either. But to answer your question about who makes the final call – generally when we’re listening to the mixes and playbacks, we all have a similar sensibility in the sense of that we know when things are not working. And then we’ll change them accordingly. And on a very rare occasion there will be somebody who just really dislikes something and goes: I cannot live with this. You know what I mean: I veto this. There are just certain things that you won’t compromise on, which is fair. But generally speaking we share the same sensibilities.
LIAM O’NEILL: Yeah. Also we’re old enough now as a band. And we know what’s working for us and what doesn’t.

JOINMUSIC: Are the necessity and the ability to play these songs live something you think about during this process?
LIAM O’NEILL: Yeah.
BEN SHEMIE: Yeah.
LIAM O’NEILL: When we’re writing songs or when we’re ready to go to the studio we do that by playing live a lot.
BEN SHEMIE: Yeah.
LIAM O’NEILL: So I think we kind of do it the other way around. And then the songs change in the studio a lot. And then we kind of relearn how to play them.
BEN SHEMIE: I think certainly from a compositional point of view. The way I think about it, when I know like something, I go: I would really like to play this! As opposed to just listen to it. There’s this one step where you think: This would be fun to play or this would be fun to present to an audience. And that’s kind of a good barometer of if it’s a good song, you know.
LIAM O’NEILL: Yeah – that might be especially true for us, because we see ourselves as performers and our live show is actually the realest representation of the band. So the live thing is a pretty central part of our process.

JOINMUSIC: I asked this because a couple of years ago I talked to fellow Canadians of yours, Royal Canoe, have you heard of them?
LIAM O’NEILL: They’re from Winnipeg, right?

JOINMUSIC: Right. And they employ a lot of electronic devices in their music, too. They say that they’re goal live is to represent the song as close to the studio version as possible although knowing that this method doesn’t allow the slightest room for improvisation. How do you go about this in a live situation?
LIAM O’NEILL: Well, we’re a jazz band. We’re not that fucking weak.
BEN SHEMIE: We’re not so far away from a jazz band.
LIAM O’NEIL:. Seriously, we’re all jazz players. And we improvise a lot. And the songs are pretty open.
BEN SHEMIE: Yeah – I mean the idea behind this Royal Canoe thing, where you have backing tracks to which you’re kind of locked in on, that does not appeal to me at all. Just to not have that kind of freedom. Or like if something fucks up than you’re a slave to this thing.
LIAM O’NEILL: Slave to the machine.
BEN SHEMIE: Yeah. And it also means, that if you tour for a year and you’re playing the songs everyday, you’re playing the exact fucking song every day. That’s not that funny. You can’t even like change things, even if they are comparatively minor and would shift naturally over the course of time. Like oh we’re gonna maybe change this section, or we don’t even really talk about it, because it happens by itself. That’s like really nice. Because the songs are different a year later, and they are more developed, more interesting,.
LIAM O’NEILL: I mean, I don’t think we could do that, even if we tried. We’re too musically restless, we’re always checking out new stuff, we study improvisation and jazz and this is central for me and the other musicians in the band. It’s just the way it is for us.

JOINMUSIC: Could there be a Suuns Un-plugged record?
BEN SHEMIE: What do you mean?

JOINMUSIC: An acoustic-only set.
LIAM O’NEILL: No Keyboards?

JOINMUSIC_ No – and no distorted bass drum sounds, either.
LIAM O’NEILL: Puh…
BEN SHEMIE: I think we need one more record before we could do that, because there are always a few songs that you could play on a guitar and sing, but there’s just not enough of them to fill like an hour. We get asked a lot to do these things – what’s that shit called?
LIAM O’NEILL: Blog attack.
BEN SHEMIE: Blog attack. And we always say no, cause it’s not that …
LIAM O’NEILL: Actually. We did a blog attack. But we said that we’re not gonna play just acoustic and they said fine, so we did.

JOINMUSIC: Finally getting to you new record “Hold/Still”. The songs “Careful”, “Brainwash” and “Paralyzer” – a central triology off of your new album – at least in my ears, seem to beg for remixes. Do you find yourselves in situations where you can’t stop playing around with ever new mixes or remixes?
BEN SHEMIE: There’s definitely some songs that have evolved over the years, songs that we keep working on and then they change until we finally find an arrangement or a vibe that we are happy with. And that’s an on-going thing. But in the case of those three songs, those are really kind of specific songs.
LIAM O’NEILL: It’s funny that you should mention those ones.

JOINMUSIC: Because they kind of stick out.
BEN SHEMIE: Yeah – to me these three songs are like the most interesting tracks on the record for me. And that’s because there is a lot of variation going on.
LIAM O’NEILL: I could imagine doing our own remixes. For example “Brainwash”. There’s this crazy loud drums, and that sort of folk song. I could definitely imagine doing equally weird things to it. There’s always that element of play when we write new songs, and so many things are just done on the spot, improvised. And to me that feels fresh.
BEN SHEMIE: If we were to re-record “Careful” again, it would be different, for sure. Because there’s something about the moment you recorded in and in the decisions you make on the fly. In the case of “Brainwash” which is likely the most extreme example of what you were talking about, it is meant to be that way. It’s not like it was this one song and then we decided to add this crazy thing. It was always like that.
LIAM O’NEILL: Yeah – the song was like written that way.
BEN SHEMIE: So yeah, we could extensively “remix” it ourselves and do a different version. An acoustic version, if you like …
LIAM O’NEILL: That would be a good one to do acoustic…
BEN SHEMIE: Yeah, I mean …
LIAM O’NEILL: I’d get a drum box.
Ben SHEMIE: I don’t know – what would you for the heavy parts?
LIAM O’NEILL: Tablas – I don’t know …
BEN SHEMIE: Man, that would be like banging fucking trashcans …

JOINMUSIC: Back to the remix-business with which you are familiar, aren’t you? You gave songs away for people to remix them. Has it ever happened vice versa – have you done remixes for others?
BEN SHEMIE: Yeah – we get asked occasionally to do some. And whoever in the band will just take charge of it. Not that often though. But there’s a bunch coming for this new record. It’s kind of like an indirect way of collaborating without really meeting or knowing them. But it’s cool especially when you can get it into the hands of somebody you just really admire. And then you know that they’re gonna listen to your music and spend time with it. It’s a kind of compliment.

JOINMUSIC: With all this experimentation going on sonically – especially on your new album – rhythm is something not to be fucked with, or is it? Cause it’s all in 4/4. No awkward meters.
BEN SHEMIE: Oh, no. We’re not a prog band.
LIAM O’NEILL: It used to. We used to do that back in the day.
BEN SHEMIE: For something like that to happen it really has to feel right. It’s not like it could never happen but it just has never felt right.
LIAM O’NEILL: That’s a good idea, though. Thank you.

JOINMUSIC: Thank you.

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