„Basis-Demokratisch & Business-Alternativ“ – Simon Borer von Red Brick Chapel im Interview

lang tall

Es ist windig auf der Julius-Leber-Brücke. Das ist nicht gut. Weil ich nämlich auf dem Fahrrad immer zum Berserker werde und dann schnell so schwitze, wie es sich für ein Gesprächs-Termin eigentlich überhaupt nicht gehört. Jetzt werde ich wegen des Interviews also auch noch krank. Aber: Selbst schuld. Denn nicht nur wer zu spät kommt, bestraft das Leben. Außerdem: Ich könnte ja auch schon ins Café gehen, in dem ich mit Simon Borer verabredet bin. Da weht nichts. Aber noch während ich überlege, ob ich weiß, wer Julius Leber eigentlich war, schlendert mir Simon Borer aka Long Tall Jefferson entgegen. Sofortig macht er – im besten Sinn des Wortes – einen Normalo-Eindruck. Das ist gut. Er fragt, ob es okay sei, wenn er sich noch etwas zum Frühstück genehmige, er hätte noch nichts gegessen. Höflich ist er also auch noch. Ja, erwidere ich, ich hätte eine Recording-App, die speziell Kaugeräusche schon bei der Aufnahme herausfiltere. In Sachen Verständigung sind uns keine Genzen gesetzt…

JM: Weißt Du, worüber ich nach den ersten paar Worten froh bin?
SB: Nein.

JM: Dass ich keinen Übersetzer brauche.  Ich hatte keinen Schimmer, dass ich davon so dermaßen wenig verstehen würde. Hatte wohl unterschätzt, wie sehr eigen diese Sprache doch ist. Haubi Songs ist übrigens der einzige Red Brick Chapel Act, der in seiner Muttersprache singt – richtig?
SB: Richtig, das ist der einzige Mundartler. Mit Ausnahme von einem Song von The Fridge auf seiner letzten EP. Ein Song, den er als Antwort auf die SVP und sowas alles komponiert hat. Gegen Leute, die alles, was sie nicht gut finden, als links und schwul diffamieren.

JM: Red Brick Chapel – lass mich raten. Der Name hat damit zu tun, dass Ihr in einer (ehemaligen) Kapelle aus roten Backsteinen …
SB: schüttelt kauend den Kopf

JM: Nein?
SB: Es gibt dazu keine romantische Narration. Ich glaube ich war in England, als mir der Name so einfiel. Das war eine Zeit, da fielen mir andauernd Namen ein. Und da in England, gibt’s einfach viele Red Brick Buildings. Im Nachhinein finde ich, hat der Name auch so ein bisschen eine Working Class Konnotation. Und eine Kappelle, ist ein Ort, an dem man sich ja auch trifft und zusammen kommt. Gar nicht so sehr um religiösen Sinn. Sondern um dort mit anderen Menschen eine gute Sache zu machen.

JM: Vielleicht kannst Du ja ein bisschen was zur Red Brick Chapel Gemeinde sagen. Ihr seid ja nicht einfach nur ein ziemlich besonderes Label.
SB: Genau. Also Red Brick Chapel gibt’s seit 2011. Und drei Jahre lang war das ein Projekt, was nur in und von meinem Schlafzimmer aus stattgefunden hat. Zuerst habe ich die erste EP meiner eigenen Band releast. Dann kamen Freunde und haben gefragt: Geht das auch für unsere Band? Und ich hab gesagt: Klar, mach ich. Und dann kam noch eine und noch eine. Und irgendwann habe ich gemerkt, dass es nicht mehr cool ist, das ganz allein zu machen. Ich hab mich ja auch nie als Label-Besitzer gefühlt, sondern viel mehr Bock gehabt, mit den Leuten was zusammen zu machen.
Dann kam Anfang 2015 die Anfrage von Zardt (dem Trompeter von The Fridge) für seine erste EP. Er meinte: Ich hab hier war gemacht. Willst Du das rausbringen? Und ich so: Ja gerne. Aber lass uns doch irgendwas zusammen machen. Und da hatten wir dann die Idee, das Label als Kollektiv zu betreiben. Ein paar Monate später haben sich alle damaligen Label-Bandmitglieder in Zürich getroffen und wir haben uns gemeinsam gefragt: Wenn wir jetzt ein Kollektiv sind, was heißt denn das genau?
Und bei der Beantwortung dieser Frage sind wir noch heute dran. Aber organisiert ist es basis-demokratisch. Es gibt niemanden, der mehr Macht hat als andere. Außer vielleicht mehr Know How. Und Wissen ist ja bekanntlich …

JM: Wollt grad sagen…
SB: Aber das Ziel ist tatsächlich, alle Kollektivmitglieder mündig zu machen. Auch im ganzen Drumherum. Und dass niemandem die Musik gehört – außer den Künstlern selbst. Red Brick Chapel produziert/finanziert die Musik ja auch nicht, sondern fungiert ausschließlich als Release-Plattform. So, dass das Label quasi allen gehört.

JM: Du sagst, bei Red Brick Chapel sind vor allem Leute dabei, mit denen Du vorher schon zusammengearbeitet hast. Woher stammen die Bekanntschaften? Ausschließlich aus Zürich?
SB: Naja. Es gibt so verschiedene Kreise. Also zum Beispiel Vsitor, also David, ist ein Jugendfreund von mir. Wir haben lange zusammen in der Band gespielt, für die ich das Label ursprünglich mal gegründet hatte: Books on Shelves. Und dann sind wir beide an die Jazz-Schule in Luzern. Und dort an der Musikhochschule haben wir viele andere Musiker kennengelernt. So zum Beispiel auch Mario (Hänni)…

JM: Rio – richtig?
SB: Genau. Und der spielt ja eigentlich immer in mindestens fünf Bands. Und mit dem hatte ich ein Duo, das nie was rausgebracht hat etc.

JM: Und das alles war in Luzern?
SB: In Luzern. Viele auf dem Red Brick Chapel Roster sind da zur Schule gegangen bzw. haben da studiert. Und weil ich mit Mario auch viel abgehangen hab, habe ich mit der Zeit auch seine Freunde kennengelernt. Er hatte auch eine Band ausserhalb der Schule namens Mnevis. Diese sind mittlerweile eigentlich die Dinosaurier auf Red Brick Chapel. Die gibt’s seit zehn Jahren, aber ein richtiges Album haben die immer noch nicht rausgebracht – diesen Sommer gehen sie aber ins Studio.

JM: Bei denen spielt ein Gitarrist, der heißt Thomas Fehlmann – der hat mit dem deutschen Thomas Fehlmann aber nichts zu tun, oder?
SB: Nein-nein. Bei Alois und Gaia spielt auch ein Florian Schneider….

JM: Hehe. Das wär doll. Kraftwerk goes Switzerland.
SB: Kommt vielleicht noch. Jedenfalls Mnevis und Flieder waren so Bands, die ich durch Mario kennengelernt habe. Und von der Hochschule kamen auch Leute, wo ich gedacht habe: Shit, die machen geiles Zeug. Und so kann man sagen: Das Red Brick Chapel Roster ist ein Mix aus Freunden, Kommilitonen und Kollegen. Ich sag jetzt nicht Kommune, aber es fühlt sich an wie eine große Familie. Und ab und zu stößt dann doch jemand von außen zu. Wie zum Beispiel East Sister. Die kannte ich eher flüchtig bzw. Lorraine, die Sängerin, die kannte ich gar nicht. Hab die Band aber auf Facebook verfolgt und irgendwann gesehen, dass sie jetzt ihre EP recorden. Da hab ich ihnen geschrieben, ob sie denn schon einen Plan hätten und eines kam zum anderen.

JM: Gibt es eigentlich Kollektivmitglieder, die auf anderen Labels veröffentlichen oder gestattet Ihr das nicht?
SB: Nein – das verbieten wie auf keinen Fall. Es ist halt irgendwie schizophren, aber aufgrund unserer Strukturen durchaus machbar.

JM: Stimmt.
SB: Aber zum Beispiel Trio Heinz Herbert haben demnächst einen Release auf D E M Schweizer Jazz-Label, Intakt. Der Mitschnitt eines Live-Sets. Ende 2016 haben sie aber ein Studio-Album auf Red Brick Chapel rausgebracht. Sowas können wir schon machen.

JM: Ich geh mal davon aus, dass das Red Brick Chapel Künstler-Kollektiv nicht nur Musiker umfasst, sondern auch Grafiker, Regisseure, Fotografen…
SB: Nee, leider nicht. Das ist bei uns intern auch gerade so ein bisschen in der Diskussion. Ob wir nun ein Künstler-Kollektiv sein wollen oder eine Musiker-Kollektiv. Tatsächlich ist es aber so, dass wir momentan wirklich alles nur Musiker sind. Und derzeit sind wir so aufgestellt, dass wir als Label kein Geld verdienen. Wir bezahlen alle Fixkosten, indem jedes Kollektivmitglied einen Jahresbeitrag von 30 Franken bezahlt.

JM: Und das reicht?
SB: Damit zahlen wir halt die Fixkosten. Im Umkehrschluss heißt das: Wenn etwas verkauft bzw. verdient wird, dann erhalten die Musiker 100%. Noch zum Künstler-Kollektiv: Es existiert natürlich so eine Art kreativer Dunstkreis um uns herum. Leute, die ganz verschiedene Sachen machen. Ich bin halt ein großer Verfechter von DIY.

JM: Ich frage das, weil ich einige Video-Arbeiten für extrem gelungen halte und quasi bezweifeln möchte, ob da sooo viel DIY mit drin steckte. Aus Eurem Dunstkreis heraus sind doch bestimmt Beziehungen gewachsen, da gibt es doch garantiert kreative Household-Names, auf die Ihr immer wieder zurückkommt?
SB: Ja, natürlich. Eliane (Bertschi) hat alleine drei Videos gemacht. Mindestens. Sie hat zum Beispiel den Rio-Clip gemacht.

JM: Den für „The Knife“.
SB: Ja, genau. Sie hat auch „No Escape“ von Zardt gemacht. Und „Portrait und Landscape“ von The Fridge. Und sie macht jetzt gerade ein Video für Alois.

JM: Das „Pheromones“-Video von Vsitor, mit dieser einen Einstellung, das hat mich ja auch total umgehauen.
SB: Ja, das ist auch eine Frau, die das gemacht hat, Olivia (Sturny). Das ist eine gute Freundin von Vsitor. Für Haubi Songs hat Olivia auch schon einige Videos gemacht. Hast Du das Video für „Display“ gesehen? Das ist eigentlich das Krasseste, finde ich.

JM: Warte – das in der Wohnung?
SB: Ja.

JM: Ja, natürlich, absolut geiles Video.
SB: Das spielt in Olivias Wohnung in Berlin.

JM: Sach mal, apropos Wohnung und bei so viel Kommune. Ihr wohnt nicht auch noch alle zusammen?
SB: Schön wär’s eigentlich,

JM: Ja?
SB: Naja – manchmal kommen wir mir ziemlich verteilt vor. Einige in Berlin, paar in Basel, viele in Luzern und Zürich.

JM: Du hast gesagt: Red Brick Chapel verdient kein Geld: Kannst Du von Deiner oder können die anderen von ihrer Musik leben?
SB: Wirklich von der Musik alleine bzw. nur vom Spielen leben bei uns die allerwenigsten. Und diese spielen dann auch in mehreren Bands. Viele unterrichten ihr Instrument und/oder haben Dayjobs.

JM: Gibt es eine Vision oder ein Ziel, wo das Thema Red Brick Chapel irgendwann einmal hinführen soll? Wo seht ihr euch in 10 Jahren?
SB: Das ist natürlich auch was, das wir diskutieren. Also, was wir in 10 Jahren garantiert immer noch sein wollen, das ist basis-demokratisch & business-alternativ. Wir sehen uns als ein Experiment und das in sich ist eigentlich das Tollste an der ganzen Geschichte. Wir versuchen einen Weg zu gehen, der ein bisschen anders ist. Total anders geht nicht. Aber wenigstens ein bisschen. Ich mein, in zehn Jahren, da kann man nicht so richtig von einem Plan sprechen. Eher von einem Traum. In zehn Jahren denke ich ja auch nicht mehr, Scheiße, ich werde jetzt bald dreißig, sondern Scheiße, ich bin jetzt bald vierzig. Viele von uns haben dann wahrscheinlich Kinder. Ein paar haben die auch jetzt schon. Einige werden keine Musik mehr machen und aus dem Kollektiv ausgestiegen sein, viele neue werden dazugekommen sein. Und mindestens zwei oder drei Acts werden in dieser Zeit richtig steil gehen.

JM: Apropos Vision – Du weißt, was auf dem Red Brick Chapel Roster alles noch fehlt, oder? Rap Metal Techno und Klassik – warum eigentlich?
SB: Du – wenn sich in unserem Umfeld eine Metalband zusammenfindet, dann nehmen wir die auch. Wir haben keine klare Wachstumsstrategie. Wir ziehen uns da jetzt nicht die heißesten und vielversprechendsten Newcomer-Acts in einem einzigen Genre…

JM: Die High-Potentials.
SB: …aber wenn sich das in unserem Dunstkreis so ergeben sollte – übrigens: Punk haben wir auch nicht, obwohl ich unsere Attitüde gerne als Punk definiere, auch ohne Iro und so – dann würden wir das bestimmt machen. Wenn wir es geil finden, dann machen wir es. Das haben wir uns immer gesagt.

JM: Da komm ich auf was, von dem ich nicht richtig weiß, wie ich es fragen soll, ohne dass es total scheiße klingt. So vielleicht: Du hast einige Zeit in Deutschland gelebt und weißt deshalb, was das Wort „Migrationshintergrund“ bedeutet.
SB: Ja.

JM: Gibt es Red Brick Chapel Mitglieder mit Migrationshintergrund?
SB: Nein. Obwohl, warte. Wir haben Deutsche mit Migrationshintergrund …

JM: Hehe. Okay. Zählt auch.
SB: Nee-nee, ich weiß schon, worauf Du hinaus willst. Ich versuch immer noch, jemanden zu finden…Es gibt Leute bei uns, die stammen aus der französischsprachigen Schweiz. Und das ist dann eigentlich auch inklusive Migrationshintergrund…. Aber Spaß beiseite. Ich glaube, das ist ein gesellschaftliches Phänomen. Und es ist etwas, das mich beschäftigt, obwohl es kein TOP für das Kollektiv ist. Ich meine, das wär natürlich toll, aber andererseits sind wir einfach nicht so sozialisiert worden, dass zum Beispiel viele meiner Freunde aus dem Balkan stammen. Es hat sich schlicht nicht ergeben, dass sich aus diesen Bekanntschaften musikalisch etwas entwickelt hätte. Nicht auf dem Gymnasium und nicht im Proberaum. Wenn Du so willst, ist das ein Armutszeugnis der Gesellschaft.

JM: So würde ich das wahrscheinlich auch sehen.
SB: Dasselbe mit Frauen. Wir haben auch viel zu wenig Frauen. Das ist auch ein Thema, was mich unglaublich beschäftigt. Als wir das Kollektiv starteten waren wir nur Typen. Inzwischen sind immerhin schon vier Frauen dabei. Aber das spiegelt auch einfach die Zustände in der gesamten (Pop-)Musikwelt. Das einzige, was Du machen kannst, ist wie zum Beispiel bei East Sister die Promo eben nicht daran aufzuhängen, dass es zwei Girls sind, die hübsch aussehen. Sondern, dass die einfach verdammt geile Musik machen. Und vielleicht noch nicht einmal zu erwähnen, dass es Mädels sind.

JM: Wenn man sich die Größe der Schweiz anschaut und die Tatsache berücksichtigt, dass in den letzten circa 5 Jahren eine sowohl quantitativ als auch qualitativ überdurchschnittlich Menge neuer Künstler aus der Schweiz reüssiert sind, kann man die Schweiz als Europas Festland-Island bezeichnen – oder?
SB: Ja, ich habe auch das Gefühl, dass hier viel geht und ich fühle mich als Teil einer Schweizer Szene, welche auch im Ausland wahrgenommen wird. Das haben wir vor allem Leuten wie Sophie Hunger zu verdanken. Die hat richtig viel Eis gebrochen. Nicht nur für sich. Sondern für eine ganze Szene. Quatsch: Für die Gesamtheit der Musik aus der Schweiz. Und jetzt kommen halt Acts wie Klaus Johann Grobe. Und das ist halt so Musik, wo auch ich sage: Genau das ist, was die Leute draußen von der Schweizer Musikszene wahrnehmen sollten.

JM: Apropos „Draußen wahrnehmen“ – Ihr seid alle – Label und Acts – vergleichsweise stark engagiert in Sachen Social Media. Es vergeht eigentlich kein Werktag, an dem nicht irgendwas gepostet, geliked oder ge-sonstwas wird. Heißt das im Umkehrschluss: Ohne online geht gar nichts mehr?
Oder anders gefragt: Ihr mit Eurem alternativen Business und Kommerzialisierungs-Konzept – könntet Ihr es Euch leisten, auf Social Media zu verzichten? Wäre das überhaupt noch irgendwie denkbar?
SB: Das hängt einzig und allein davon ab, wie Du Erfolg definierst. Das ist natürlich eine blöde Antwort… Aber ich glaube, dass Musiker und Acts innerhalb der gängigen und ausgetretenen Pfade Social Media bedienen wie wahnsinnig. Also im Sinne einer durchgestylten Strategie. Was ich absolut verstehen kann und was ich auch nicht schlimm finde. Am Ende musst Du Dir halt die Frage beantworten: Was ist Dein Produkt? Auch ich habe noch immer Schwierigkeiten damit zu realisieren, dass auch wir etwas verkaufen wollen. Andererseits läuft es ja nun auch nicht so, dass Du was postest und dann siehst: Aha – drei Downloads mehr. Wir machen das, weil wir fest daran glauben, so viel wie möglich so weit wie möglich zu spreaden. Dass das auch einen Effekt hat, merke ich dann, wenn unsere Acts neue Sachen rausbringen, und daraufhin dann Anfragen für Interviews zum Beispiel von JOINMUSIC reintrudeln, weil sie nicht zuletzt via Social Media darauf aufmerksam wurden.

JM: Danke für die Blumen. Jetzt haben wir ganz viel über Red Brick Chapel gesprochen. Kommen wir doch mal zu Deinem Act. Warum nicht Mad Crazy Tomlinson oder Cool Chill Robinson? Long Tall macht Sinn, wenn ich Dich so sehe, aber Jefferson?
SB: Also – Long Tall check. Und Jefferson? – Weil’s geil klingt.

JM: Mit Books on Shelves hattest Du ja auch schon ein Band-Projekt. Ist Long Tall Jefferson Dein Folk-Outlet und darf man unter anderen Namen andere Musik von Dir erwarten?
SB: Gute Frage. Bis jetzt gibt’s noch nichts, was ich raushauen will. Die liegt zwar rum und ich freu mich auch immer drauf, daran weiterzuarbeiten. Aber eigentlich habe ich noch immer ganz hart Bock mit der Gitarre und ein paar Worten weiterzuarbeiten. Noch mehr auszuchecken. Natürlich habe ich Bock auf ne Band oder auch nur einen zweiten Musiker auf der Bühne – aber im Moment kann ich mir das einfach nicht leisten. Nicht, wenn ich davon leben können will. Das bestimmt einfach ziemlich stark, wie ich Musik mache. So ist das.

JM: Warum ist „Westbound“ so viel länger als alle anderen Songs auf Deinem Album?
SB: Es sind halt vier Strophen.

JM: Hehe. Sehr gute Antwort. Es hatte halt viel Text,
SB: Ich mein, lauf mal von dort, wo Du bist, bis Du im Westen am Meer ankommst. Das dauert seine Zeit.

JM: Warum singst Du auf „Bad Day“ so anders – warum klingt Deine Stimme so ganz anders intoniert?
SB: Gute Frage. Es ist so ein bisschen gehaucht, oder? Während der ersten Kennenlern-Versuche mit dem Vierspur-Gerät, auf dem ich das Album produzierte, hab ich angefangen, die Sachen aufzunehmen, ohne zu ahnen, was genau ich davon auf dem Album verwenden würde. Und ausgerechnet „Bad Day“ habe ich halt mit einem ganz anderen Mikro aufgenommen. Kann auch sein, dass ich direkt davor noch eine Platte von Elliott Smith gehört habe – ich weiß es nicht.

JM: Die Songs auf dem Album sind aber nicht Dein ganzes Oeuvre.
SB: Nein.

JM: Live spielst Du auch andere Sachen.
SB: Ja, klar. Ich hab jetzt auch gerade eine Live-Session in Leipzig aufgenommen. Eine Mischung aus Best-of vom Album und neuen Sachen. Die wird im September rauskommen, als The Golden Ticket Session.

JM: Dann spätestens bis dann. Und danke für das Interview!

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