Digitaler Nachbarschaftsstreit – Kunstfreiheit vs Netzfreiheit

„Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden“ wusste schon Rosa Luxemburg 1917 zu sagen. Heute, in dem Zeitalter, in dem Bertolt Brechts medientheoretische Vision von der Verwandlung der Distributionsapparate in Kommunikationsapparate durch das Internet Wirklichkeit geworden ist, erlebt die Streitkultur, insbesondere am Thema Urheberrecht, unter den vorgeblich Freiheitsliebenden eine neue Qualität der Intoleranz und des Beharrungsvermögens auf einseitigen Standpunkten.

Im Ergebnis herrscht bei allen Beteiligten größte Unzufriedenheit:
Die Internetanbieter sehen sich von Regulierungsvorhaben angegriffen und als rechtliche und faktische Verlierer dieses Konflikts.
Die Nutzer sind verunsichert, wünschen Sicherheit und Klarheit und sehen sich mit unangemessenen rechtlichen Konsequenzen konfrontiert, die sie oftmals gar nicht übersehen können.
Die Urheber leiden unter der sinkenden Wertschätzung kreativer Kulturgüter und der Schwierigkeit, ihre Ansprüche durchsetzen zu können, insbesondere weil sich skrupellose Geschäftemacher ihrer Werke bemächtigen und diese dabei entwerten.

Derart „unter Strom“ gesetzt, fast eine Analogie zum entsprechenden Tierversuch, gehen die Betroffenen aufeinander los.

Die Wortgewaltigkeit bei solch emotionalen Angelegenheiten ist nicht neu. Schon der römische Dichter Marcus Valerius Martialis bezeichnete im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung einen gewissen Fidentinus, der seine Gedichte fälschlich als eigene ausgegeben hatte, als „Menschenräuber“ (lat. „plagiarius“).

Erst mit der Erfindung des Buchdrucks wurde die Notwendigkeit zum Schutz des geistigen Eigentums erkennbar. Und zwar grade weil diese neue Technologie das Kopieren ermöglichte, die Autoren aber vergütet werden wollten und sollten. Die Buchveröffentlichungen stiegen explosionsartig an und Historiker gehen davon aus, dass sich die Alphabetisierungsquote im Laufe des 17. Jahrhundert verdoppelte und mit Ende des 18. Jahrhundert das Lesen und Schreiben von der Mehrheit der Bevölkerung erlernt worden war. Aus der Literaturwissenschaft ist bekannt, dass zu dieser Zeit der Roman zu einer Form der Massenunterhaltung wurde und diese literarischen Werke nun weniger von Helden und Heiligen erzählten, sondern die Leser zunehmend zu den Bestrebungen und Verlusten ganz normaler Menschen mitgenommen hatte. Die Blütezeit des Briefromans ging einher mit der Blütezeit der Humanistischen Bewegung. Entsprechend priesen die französischen Philosophen der Aufklärung dieses Genre an, denn hierdurch erfuhren die Menschen von Lebensweisen anderer und durch das einfühlsame Nachvollziehen und Identifizieren entstand Empathie. Dies förderte im Zeitalter grausamer Bestrafungen und leichtfertiger Hinrichtungen deren Ablehnung und den Humanismus, bis hin zu den damit verbundenen sogenannten Naturrechten.

Mit dem Urheberrecht befreiten sich also die Künstler aus der Abhängigkeit von Staat, Kirche und Mäzenen mit durchaus positiven Folgen für unsere jüngste Zivilisationsgeschichte. Trotz oder grade wegen aufklärungsfeindlicher Gegenbewegungen, von „Blut und Boden“ bis Faschismus, entfaltete sich der humanistische Gedanke zur Empathie gegenüber Fremden und wurde 1948  als „Erklärung der Menschenrechte“ international manifestiert. Die Blüte eines Landes wurde zunehmend an der Kunst, Kultur, Wissenschaft und Forschung sowie der Unabhängigkeit und wirtschaftlichen Selbstständigkeit seiner Kreativen abgelesen. Die Stärke des Schutzes des Urheberrechts begründet dabei bis heute die ökonomische Stärke der Kreativwirtschaft und Urheber, weshalb der Schutz des geistigen Eigentums in Europa auch zum Grundrecht erhoben wurde.

Dass nun im digitalen Zeitalter aber von der „Raubkopie“ gesprochen wird, ist wohl der Ausdrucksweise des Dichters vor 2.000 Jahren geschuldet. Natürlich ist das technisch gesehen nicht einmal ein Diebstahl, aber ob es deshalb zu dulden ist, jemandes Recht ohne Einverständnis wegzunehmen, bedarf der Klarstellung. Sich juristisch oder sprachlich an Ausdrucksweisen zu stören, lenkt vom eigentlichen Thema, dem ethischen Leitbild für unsere Gesellschaft, ab und wird durch martialische Gegenbegriffe wie „Content Mafia“ etc. nicht aufzulösen sein. Für einen offenen Dialog könnten gemeinsam sicherlich bessere Begriffe gefunden werden.

Aber, dass eine ganze Generation sich von der Durchsetzung eines Rechtsanspruchs kriminalisiert fühlen muss, kann auch nicht in der Absicht der Urheber und Verwerter liegen. Aus meinem ethischen Empfinden gibt es in beiderlei Hinsicht keinen Grund, seine eigenen Interessen gegenüber denen anderer zu bevorzugen, um die gemeinsamen Angelegenheiten geregelt zu bekommen.

Ein Recht wird durch Gesetze formuliert und unsere heutigen Urheberrechtgesetze stammen aus einer Zeit, in der der Umgang der Urheber mit ihren Verwertern bestimmt werden musste. Der Nutzer brauchte nicht einen Schimmer davon zu haben. Das Internet hat die Welt verändert, die Politiker die Gesetze aber noch nicht. So kommt es, dass der ehrliche Käufer einer DVD einen Spot über sich ergehen lassen muss, der ihm 5 Jahre Gefängnis androht, sollte er es sich anders überlegen und demnächst bei weniger vertrauenswürdigen Stellen einkaufen. Nicht einmal „Skip“ ist an dieser Stelle möglich, eine Branche setzt auf Abschreckung. Kaum eine „Copy Protected“ CD akzeptierte das Laufwerk meines Players und mit diesem Problem stand ich nicht allein. So gerät ein Recht in Verruf, obwohl die unzureichende Gesetzgebung es erst zu dieser Konfrontation zwischen Verwerter und Nutzer kommen lassen hat.

Dass in der Debatte zum Schutz des geistigen Eigentums im Internet dann auch noch Vorschläge unterbreitet wurden, die gegen andere europäische Grundrechte verstoßen, wie zum Beispiel das Recht auf Schutz personenbezogener Daten oder die Informationsfreiheit, musste zwangsläufig einen Sturm der Entrüstung auslösen. Die düpierten Verwerter wurden von einem Ministerium zum anderen geschickt, in der Hoffnung die Datenschützer würden das Thema schon versenken. Immer noch die Kunden im Visier, verstiegen sie sich zur Forderung nach „three strikes“, als sei ihnen ein Bestimmungsrecht über das Internet gegeben. Nachdem die Politik sich wieder auf unsere Wertegemeinschaft besonnen hatte, erblickte eine neue Totgeburt das Licht der Welt, die Kulturflatrate. Sie kommt zwar im schnittigen ‚Denglish‘ daher, ist aber eine Art Steuer oder Zwangsabgabe sowie ein Monstrum im Hinblick auf die Verteilung an Bezugsberechtigte und kommt nebenbei einer materiellen Teilenteignung gleich. In die gleiche Kerbe schlägt die Idee zur Verkürzung der Schutzfristen. In einer Welt, in der ich alles, was ich für Geld kaufen kann, selbstredend vererben, vermachen, verkaufen und verschenken kann, soll dies mit dem Ergebnis eigener Arbeit nicht möglich sein? Grade im Alter das künstlerische Lebenswerk zu entwerten, würde in unserer jugendorientierten Umwelt die Urheber reihenweise in die Altersarmut verbannen, in der Verhältnismäßigkeit gegenüber dem Konsumverlangen der Internetnutzer ein unhaltbares Ansinnen.

Mit Open Source und Creative Commons sind hervorragende Möglichkeiten geschaffen worden, die es Urhebern erlauben, ihr Schaffen für bestimmte Zwecke kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Diesbezüglich funktioniert der respektvolle Umgang mit dem Urheberrecht also. Ob für Charity oder schlicht als Geschenk an Fans und Unterstützer, auf dieser Grundlage wird reger Gebrauch davon gemacht. Der Grundsatz „Eigentum verpflichtet“ ist bei den Inhabern geistigen Eigentums offensichtlich stärker verankert als bei den Eigentümern materieller Güter.

Da es aber einem Teil des Publikums nicht in den Sinn kommt, für Musik zu zahlen, jedoch für Dinge die ihm viel weniger bedeuten, Geld auszugeben, muss die Frage nach Ethik im Internet aufgeworfen werden.

Einige halten das Urheberrecht schon vom Wort her für anmaßend, da niemand seine Ideen losgelöst von anderen entwickelt. Das stimmt, aber geschützt wird ja nicht eine Idee, sondern ein Werk, in das eigenständige Arbeit geflossen ist. Wiederum andere meinen, Kreative sollten sich von ihren Auftraggebern besser bezahlen lassen. Diese verkennen, dass der Kulturbetrieb sich auf dem Wagnis der Kreativen begründet und nur ihre Unabhängigkeit dafür sorgt, dass jeder Winkel unseres gesellschaftlichen Lebens beschrieben, gespiegelt, emotionalisiert und bezeichnet wird. Der Nutzen von selbstständigen Künstlern geschaffener Werte, die in noch nie da gewesener Ausdrucksvielfalt unser Leben bereichern, liegt in der Weiterentwicklung unserer Individualgesellschaft. Der Hofnarr hat ausgedient und niemand möchte zur mittelalterlichen Auftragskunst zurück. Im Vergleich dazu sind einige milliardenschwere Internetkonzerne seltsam altmodisch und hierarchisch organisiert.

Ray Kurzweil beschrieb in „Homo S@piens“, dass der Mensch aus Bequemlichkeit die Technik immer weiter akzeptieren würde, bis sie ihn beherrscht und überflüssig macht. Ähnlich scheinen diejenigen zu denken, die meinen, das Internet sei eben so, wie es ist, und somit müsse stattdessen das Urheberrecht in Frage gestellt werden. Als eine der letzten vergleichbaren, revolutionären technischen Innovationen kann wohl das Automobil bezeichnet werden. Es zog die Straßenverkehrsordnung nach sich und den „Technischen Überwachungsverein“. Klingt gruselig, aber jeder hat es akzeptiert und sieht es auch als vernünftig ein. Es kommt also auf die Regulierungstiefe und das Regulierungsziel an. Noch bestimmen wir die Technologie und nicht umgekehrt.

In diesem Sinne muss auch im Internet versucht werden, das Urheberrecht zu stärken und im Umgang lenkende Wirkung entfalten zu lassen, ohne dabei an die Maximierung von Nutzerabmahnungen zu denken. Kreative und Verwerter entwickeln Leidenschaft für ihre Arbeit, um Menschen zu erhellen oder zu begeistern und nicht, um sie zu bedrohen. In vielen Lebensbereichen gehen wir bereits mit Möglichkeiten so um, dass wir Dinge unterlassen, die seitens der Gesellschaft als asozial gelten und keine Anerkennung finden würden.

Aus den Verfahren gegen Megaupload und Piratebay erfahren wir, diese Unternehmen verstünden sich als Suchmaschinen. Ähnlich trickreich betätigen sich weltweit etwa nur 160 Plattformen mit der Umgehung des Urheberrechts. Ein großer Teil vielleicht sogar ohne kriminelle Energie, sondern unter dem Druck der anderen kostenlosen Angebote. Wie zur Erfindung des Buchdrucks der Schutz des geistigen Eigentums erdacht wurde, müsste jetzt für den Betrieb einer Plattform die Verantwortungsklärung geregelt werden. Betroffen wären nur die skrupellosesten, für die anderen enthielte das sogar eine Klärung ihres Geschäftsmodells. Für den Nutzer wäre der Verlass auf die Legalität der Angebote wieder hergestellt und die Urheber könnten wieder partizipieren. Entgegen aller zur Zeit im Grundsatz geführten Debatten dürfte die Fokussierung auf diese wenigen Übeltäter sehr viel schneller zu Übereinkünften führen, losgelöst von den Lobbyisten beider Lager.

Dass dies möglich ist, kann man heute schon bei eBay erkennen. Dort wird jeder Upload auf seine Rechtmäßigkeit überprüft, um Hehler-Ware auszuschließen. Ebenso wird auch jedem Nutzerhinweis nachgegangen. Dort, wo die Nutzersicherheit Teil des Geschäftsvertrauens darstellt, wird bereits vorgelebt, wie die digitale Zukunft aussehen könnte. So kann auch mit fremdem Eigentum Geld verdient werden.

Es wird sich ein Weg finden lassen, der nur eines kleinen, minimalinvasiven Eingriffs bedarf, um alle Seiten zufrieden zu stellen. Für die Freie Kunst, die in der Lage ist, ihre geschaffenen Werte auch materiell vergütet zu bekommen, ohne Eingriff in die Informationsfreiheit oder die öffentliche Preisgabe personenbezogener Daten. Der Gartenzaun, an dem sich grade der Nachbarschaftsstreit entflammt, gehört eingerissen. Die Lösung liegt in der gemeinsamen Freiheit!

Frank Otto

Frank Otto ist ein Pionier auf dem Gebiet des Privatradio und Privatfernsehens in Deutschland (u.a. OK-Radio, VIVA und Hamburg1). Der am Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zum Restaurator für Papier und Grafik ausgebildete und später Bildende Kunst an der Muthesius Kunsthochschule Kiel studierende Tausendsassa weiß nur zu gut, wie es sich inmitten des Spannungsfeldes von “Tradition bewahren” einerseits und “Das Haben Wir Schon Immer So Gemacht”-Geht-Gar-Nicht andererseits anfühlt.

22 comments: On Digitaler Nachbarschaftsstreit – Kunstfreiheit vs Netzfreiheit

  • Sehr guter Artikel und ein lobenswerter Versuch, die Kampfbegriffe aus der Diskussion zu nehmen und hierdurch eine bessere Diskussionsgrundlage herzustellen.

  • Lieber Herr Otto, vieles in Ihrem Kommentar ist zwar richtig, aber es bleibt die Frage, ob es sich für Komponisten noch lohnt zu komponieren und für Schriftsteller noch lohnt zu schreiben…jeder darf klauen, herunterladen, abschreiben, plagiatieren, fremde Ideen als seine eigenen ausgeben; langfristig wird das äußerst negative Folgen haben, weil Geist und geistiges Eigentum nichts mehr zählen, weil Ideen entpersonifiziert werden, Goethes Faust wäre heute Faust von Hinz und Kunz, Schillers Räuber wären die Geraubten, und Beethovens Neunte wäre MeierMüllerSchulzes Zehnte. Ich glaube, das Thema ist noch nicht zu Ende gedacht. Mit freundlichem Gruß, Herbert Fricke, Buchautor

  • ich hatte ja bereits die ehre der worte und war vom ersten moment an begeistert. du hast es einmal mehr geschafft, ein thema verständlich und diplomatisch zu kommunizieren! BIG LIKE!

  • Sehr gut! Unterschreibe ich. Es ist auch mal spannend den kulturellen Hintergrund des Urheberrechtes zu erfahren.
    Habe ich richtig verstanden?
    Die Verantwortlichkeit liegt bei den Betreibern einer Seite. Sie müssen filtern, überprüfen und reagieren? Super! Dann auf gehts!
    Aber meinst du wirklich das reicht? Die User lassen sich doch nicht mehr umprogrammieren, glaube ich. Wenn ich meine Kids ansehe, die von mir Geld kriegen, damit sie sich ihre Musik legal kaufen können: die laden sich trotzdem noch zusätzlich alles runter was sie umsonst kriegen können – nicht nur Musik, auch Bücher, und vor allem Kinofilme! Und die finden ihre geheimen Portale schneller als ich www. eingeben kann. Und bis die Internetsheriffs einschreiten gegen eine solche Seite…

    Es gibt eine legale (?) Seite aus Rußland: die bieten Musik, die bei ITunes für 9.99 zu haben ist für 1.87€ an – wie kann sowas sein?

    Die Streaming-Portale bieten Musik an – Flatrate. Wenn sich dieses System durchsetzt, und das wird es wohl in den nächsten Jahren, dann ist das zwar alles legal und ja, man zahlt ja auch dafür – aber was kommt da beim Künstler an? Und du weißt ja, was eine Produktion kostet – über Verkäufe nicht mehr einzuspielen, es sei denn man heißt „Superstar“ oder „Dinosaurier-Rocker“.

    Dass jemand wie ich, nicht zu Spotify geht, liegt daran, dass ich aus einer anderen Generation komme und ich selbst Künstlerin bin. Einen zukünftigen Hartz4 Empfänger ist schnuppe, ob ein anderer damit sein hartes Brot verdient – der will es haben und zwar umsonst oder so billig wie möglich.

    Es muss auf jeden Fall zusätzlich aufgeklärt werden in den Schulen! Gute Kampagnen müssen gemacht werden. Und ja, ich bin dafür, dass der User auch die rechtlichen Konsequenzen tragen muss. Wenn mein Sohn im Supermarkt beim Klauen erwischt wird, dann gibt es eine Anzeige. Richtig so, damit er lernt, dass das so nicht geht! Und genauso lernt er erst bei einer Anzeige, dass er so auch nicht im Selbstbedienungsladen Internet räubern darf.

    Noch ne Idee:
    Mein Vorschlag wäre, dass alle Plattenfirmen (die kleinen und die großen) sich zusammen schließen und EIN mächtiges Portal aufbauen, wo keiner drum rum kommt. Und alle packen ihre Künstler nur noch da drauf. Sollen sie sich die Werbekohle einholen! Wer sagt denn, das Utube auf ewig Marktführer bleiben soll? Es nutzt nur nix, wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht und sie selbst versalzt.

    Oh, apropo Suppe…ich muss kochen.
    Schönen Tag!

  • Vielen Dank, Frank!

    Jeden Beitrag, der die gegenwärtige Diskussion entgiften kann, finde ich dankenswert. Die aggressive und zum Teil dümmliche und von Halbwissen geprägte Diskussion muss einfach konstruktiver werden. Daher ist dieser Beitrag sehr nützlich.

    Leider fehlen noch sinnvolle Ideen-Ansätze für eine zeitgemäße Anpassung des Urheberrechtschutzes, vor allem auch für junge Menschen, die eine künstlerische Karriere anstreben. Dieses halte ich für das Gebot dieser Zeit, damit auch in Zukunft kulturelle und künstlerische Vielfalt unser Leben bereichern kann.

    Dem entgegen stehen im Wesentlichen die Geschäftsmodelle der rivalisierenden Wirtschaftsbereiche der „klassischen“ Verwerter und der „neuen“ Verbreiter. Beide Seiten bekämpfen sich sozusagen mit Maximalforderungen, die nicht praxisgerecht und auch nicht wünschenswert sind.

    Die Verbreiter wollen den Content, also die künstlerische Leistung, für wenig oder am liebsten für Null. Hier werden sogar neue Geschäftsmodelle spekulativ entwickelt, die nur funktionieren können, wenn Autoren und Interpreten mit lächerlichen Beteiligungen rechnen können (Last FM rechnet beispielsweise mit 4! Stellen hinter dem Komma ab, also weniger als 0,001 Cent/play). Das ersatzweise mit der Promotion durch Radio zu vergleichen und darüber zu legitimieren ist fadenscheinig, weil ja nichts von einer Quelle auf viele Rezipienten verbreitet wird, sondern immer nur 1 zu 1 Beziehungen entstehen. So niedrige Beteiligungen sind insbesondere für die Künstler und Autoren geradezu unanständig, weil sie diese auch noch mit den Verwertern teilen müssen (sie behalten in der Regel zwischen 5% und 20% davon)

    Die klassischen Verwerter wollen möglichst die erfolgreichsten Produkte teuer und lange auswerten. Dabei interessiert sie weder ob es viele verschiedene Produkte gibt, also eine große Vielfalt gibt, noch ob es gute Bedingungen für neue und junge Künstler gibt, die dafür nötig wären. Natürlich investieren Verwerter in Produkte und Marketing und sie müssen Gewinne erzielen können. Aber man muss auch das Gesamtbild im Auge behalten und die Verwerter Sprachrohr für ein zukünftiges Urheberrecht sein zu lassen, heißt den Bock zum Gärtner zu machen. Es geht beim Urheberrecht schließlich in aller erster Linie um die Urheber und ihre gerechte Entlohnung.

    Fast alle Gesetzesvorschläge der letzten Jahrzehnte „für das Urheberrecht“ sind von den großen Verwertern vorangetrieben worden. Selbstverständlich immer nur um ihres eigenen Vorteils willen. Bei den Schutzfristen geht es dabei überhaupt nicht um die Urheber, sondern nur noch um Profite von bereits vielfach abgeschriebenen Produkten. Eines der perfidesten Beispiele ist dabei die neue Regelung zur Verlängerung der Schutzfrist für die Leistungsrechte an Tonaufnahmen. Bisher betrug diese 50 Jahre. Weil die EMI aber die Rechte der ab 1963 entstandenen Beatles Aufnahmen ab 2013 verlieren würde, war sie die treibende Kraft hinter der Verlängerung. Dabei wurde immer mit den Rechten der Künstler argumentiert. Richtig auch die Beatlesfamilien erhalten weiter Tantiemen. Ab was bringt das denn wirklich den anderen Künstlern. 99% der Künstler, die 1963 Produkte veröffentlichten profitieren davon überhaupt nicht, weil ihre Produkte überhaupt nicht mehr von der Verwertungsindustrie ausgewertet werden. Und das obwohl über 70% der Masterbänder im Besitz der entsprechenden Firmen sind.

    Hier wird also fast immer auf Kosten von Künstlern und Autoren auf der einen Seite und der kulturellen Öffentlichkeit auf der anderen Seite argumentiert und gehandelt. Doch bei den gesetzgeberischen Prozessen haben sie keine echte Lobby!

    ——————————————————————–
    Hier einige neue Ziele:

    das Urheberrecht muss wieder Urhebern, Künstlern und der Gesellschaft dienen,

    es müssen neue, faire und vielschichtige Entlohnugssysteme entwickelt werden, die in der digitalen Gesellschaft umsetzbar sind,

    es müssen Regelungen gefunden werden, die einer möglichst großen Anzahl junger Künstlern eine künstlerische Karriere ermöglichen,

    Schutzfristen müssen in erster Linie den Künstlern und Urhebern dienen und nicht Verwerterkonzernen,

    Urheber und Künstler müssen einen möglichst hohen Freiheitsgrad und Schutz bei der Wahl ihrer Verwerter und der Auswertungsbedingungen haben,

    zentralistische Strukturen müssen reduziert werden und im wesentlichen dem Schutz und der Registrierung dienen, nicht unbedingt der Auswertung (also Schluss mit der Mitgliedschaft bei der GEMA – Werkregistrierungen müssen reichen – und den Pauschalkonten im Aufführungsrecht und auf gar keinen Fall ein Monster wie die Kulturflatrate einführen),

    das Leistungschutzrecht für ausführende Künstler muss gestärkt werden – auch und gerade für Ensemblebeiträge und vom Verständnis dem Urheberrecht angepasst werden,

    künstlerisch unbeteiligte Verwerter wie Plattenlabels, Produzenten, Verlage müssen von den Schutzfristen der Künstler entkoppelt werden.
    ————————————————————–

    Wenn Dir das Thema wirklich am Herzen liegt, könntest Du ein Expertenforum initiieren.
    Dabei würde ich helfen!

    Viele Grüße
    Werner

  • Sehr geehrter Herr Otto,
    Ihr Kommentar ist sehr anspruchsvoll und tiefgründig. Ich werde ihn zugegeben mehrfach lesen müssen, um alle Seiten nachzuvollziehen und mir eine pragmatische Lösung für alle Beteiligten vorzustellen.
    Das Urheberrecht muss ohne Frage als hohes Gut geschützt werden, um Kreativen weiterhin ein soziales Auffangnetz zu bieten, aber der leichtfertige Umgang mit dem Internet, die Reizüberflutung an Daten, die Überproduktion von (Musik-)werken in einer Überflussgesellschaft, die immer komplexer werdenden Strukturen auf allen Ebenen etc., haben die Menschen abgestumpft und überfordert. Wo wollen wir denn anfangen? Bei sozialer Kompetenz und dem Schulfach Internet? Bei der Kindererziehung, um den Menschen früh Bewusstsein für ethisches Handeln zu vermitteln? Reicht da ein Schulfach? Waren früher die Philosophen die Meinungsträger und Vordenker, so sind es heutzutage die Marketingstrategen und Werber. Werbebotschaften, statt Wertebotschaften! Illusionen statt Authentizität! Reality- Fake- & Fremdschäm TV, statt Menschen, die ehrlich vor dem Produkt mit ihrem Gesicht (in einer gesichtslosen Zeit)und ihren Qualitäten stehen, wie damals ein Kulenkampf oder Peter Horton, der musizierende Moderator:
    http://www.youtube.com/watch?v=ExSON7cx_ZY
    Meister der Improvisationskunst und Authentizität!
    Und heutzutage sind Moderatoren in der Regel die eigenen TV Produzenten! Künstleraufbau, nein danke.
    Wo sind aber auch die ehrlichen Künstler und ihre Werke, insbesondere die Qualitätskriterien geblieben?! Jeder glaubt ja heute ein Künstler zu sein! Eine Wegwerfgesellschaft hat die Kunst zur Dienstleistung degradiert! Und wofür stehen unsere Künstler heutzutage ein?
    Dafür steht RTL:(R)atlos, (T)rostlos, (L)ustlos TV. Es reichte aus, einen Star zu imitieren und so die Massen zur Prime Time zu mobilisieren!
    Darum gründete ich Artist TV (www.ArtistTV.de), um Qualitätskriterien neu zu definieren und Künstlern aus der zweiten Reihe ein Forum zu geben (bei uns stehen sie in der ersten Reihe!)und eben auch den Mainstream abzuholen und keine Kunst zu präsentieren, die sich „unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit“ versteht.
    Wo sind denn die medienwirksamen Formate, die Künstlern ihre „Kreative Identität“ bewahren: Originalität, eigene Werke, die Message etc.
    Voice of germany…klasse, wieder wurden CoverSongs abgerufen!
    Zielgruppengequatsche und Quote hin oder her! Ist Qualität nicht kommerziell? Bitte, dafür die GEZ Gebühren einsetzen!
    Welche Wertstellung haben Künstler in dieser Medienstruktur?
    Das ist ein fundamentales Problem in der Gesellschaft und bedarf einer kleinen „Künstlerrevolution“, wahrlich nicht nur einer kleinen Korrektur der Urheberrechte!
    Und das kleine Wort „Empathie“ ist doch in Wahrheit eine menschlich wertvolle Gabe, die vielen Menschen fehlt, es geht einher mit Feingefühl und Feinmotorik. Dafür erleben wir Bauernschläue bzw. Menschen, die sich kurzfristig ihre Vorteile sichern und ihre leichtgläubigen Opfer über den Tisch ziehen. Wir leben faktisch in der Wildnis!Das habe ich als Künstler im Haifischbecken mehrfach zu spüren bekommen und „welcome in the club“ an dieser Stelle, für alle Leidensgenossen die Anderen vertrauten und ihre Urheberrechte naiv verspielten!
    Bitte, ich stelle Ihnen meine Domain zur Verfügung: http://www.Kunstpartei.com,
    denn die Zeit wäre reif, den Piraten und der Gesellschaft unsere Position zu vermitteln! Wo fangen wir an mit Systemkritik, wo hören wir auf?
    Es geht überall um Gier und Profit, um Vorteilsdenken, Profilierungsdrang und Scheinheiligkeit! Die BWL`er haben uns ihr Indexdenken und werbeträchtige Formate verkauft! In diesem Hamsterkäfig dürfen wir seither laufen oder Jahrzehnte live touren und tingeln!
    Und bzgl. des Urheberrechts ist das Internet zu einer Versuchung und zu einer Falle der Unwissenden und Ignoranten geworden. Massen-Abmahnungen und Betrugsversuche auch seitens einiger Kanzleien, die wiederum Profit schlagen wollen. Das Grundproblem liegt meines Erachtens in der Kommunikation, alles so komplex zu machen, dass weder Gesetzgeber noch Konsumenten hinterher kommen, den eigentlichen Kern des Urheberrechts zu verstehen und sinnvoll anzuwenden. Ich meine also auch, Schluss mit allen Schreibtischtätern, die nicht dazu in der Lage sind, ein einfaches Regelwerk und einfache Bedienelemente aufzustellen, die alle nachvollziehen können. Wir haben erreicht, dass viele Menschen sich von dieser massiven Überwachung der Urheberrechte so sehr genötigt fühlen und deshalb nur noch abschalten. Es ist ja auch wirklich eine Einschränkung im Alltag, sein Handeln jedes Mal in Frage zu stellen und mit der Verwertung eines Werkes einer ständigen Überwachung ausgesetzt zu sein. Dieses Land erstickt in Bürokratie und für jedes Gebiet müsste man eigentlich einen Lehrgang durchführen oder teure Ratgeber einschalten, die einem am Ende nicht einmal Rechtssicherheit versprechen können. Fazit: Eine Gesellschaft hat verlernt, die Wertstellung von Kunst und Kultur anzuerkennen. Mein Versuch in 2004, dagegen anzusteuern:
    http://artisttv.de/?page_id=149
    Kunst ist zur „Dienstleitung“ verkommen, die gewissenlos ausgetauscht wird! Die Konsequenz kann nur bedeuten, eine Partei zu gründen, die nicht nur die Urheberrechte wahrt, sondern viele soziale und kulturelle Inhalte vertritt, die zu einem Umdenkprozess in der Gesellschaft führen. Das wäre konsequent und ist die Ursache!

    „Eine Begegnung der besonderen Art“
    Viele Grüße von Szina
    mit dem Medium Artist TV

  • Danke, lieber Frank, für Deine guten Gedanken!

    Dass analoge Kopien mit Tonband oder Kassettenrekorder nach der dritten und vierten Generation irgendwann anfingen zu rauschen, hat Urheber und Verwerter damals vor grösserem Schaden bewahrt.
    Seit der Erfindung der Digitalisierung wurde alles anders. Plötzlich konnten verlustfrei identische Kopien hergestellt werden mit deutlichen Folgen für die Musikindustrie.
    Durch das Internet hat sich diese Problematik multipliziert. Neu ist sie nicht.

    Ein Brötchen oder eine Flasche Bier sind nicht identisch von jedem reproduzierbar. Musik, Filme, Fotos und Texte schon. Dieser Unterschied ist in Zeiten des Überangebots digitaler Inhalte denjenigen, die mit dem Internet aufgewachsen sind, vielleicht nicht immer bewusst.
    So wie manchen auch nicht ständig vor Augen ist, dass der Strom nicht einfach aus der Steckdose kommt.

    Man kann fordern, dass Kultur kostenlos sein sollte. Man kann auch der Auffassung sein, dass alles, was bereits in digitaler Form veröffentlicht ist, irgendwie zu einer Art globaler Universal-Cloud gehört, zu der jedermann möglichst frei (von Kosten) Zugang haben sollte.
    Kreative, Autoren, Künstler und eben alle, deren „Brötchen backen“ darin besteht, sich etwas auszudenken, was andere hören, sehen und lesen können, müssten dann auf anderem Wege sozial abgesichert und angemessen entlohnt werden.

    Eine nette Utopie. Wenn sie wahr würde, wäre ich vielleicht noch lieber Künstler. (Oder auch nicht)

    Nahliegender scheint mir zu sein, das bestehende Urheberrecht einfach zu respektieren und anzuwenden. Auch im Internet.

    Das eine Einschränkung der Freiheit zu nennen, wäre ignorant. Es wäre so, wie wenn jemand, der bisher im Kaufhaus beim Klauen nicht erwischt worden ist, dieses irgendwann versucht als Gewohnheitsrecht einzuklagen.

    Streiten kann und sollte man wohl über Tarife und die Höhe von Lizenzen im Net.
    Solange dabei noch keine Einigung erzielt wird, sollte „der nachbarliche Gartenzaun“ das Recht derjenigen schützen, die es besitzen. Notfalls müssen bis dahin sogar partiell noch ein paar Löcher im Zaun geflickt werden.

  • Lieber Frank, ein wirklich guter, ehrlicher Artikel zum einem wichtigen Zeitphänomen, dem Auseinanderklaffen zwischen künstlerischem Denken und dem weitest verbreiteten Homo Oeconomicus… Du hast natürlich völlig recht, wenn Du die Vernunft – den Kant’schen Imperativ – zur dringend anstehenden Lösung der Urheberrechtfrage im Internet ins „Podium“ rufst, wenn schon der Wertekanon einer echt humanistischer Gesinnung nicht mehr trägt. Aber, hat „Vernunft“ heutzutage noch eine Chance? Haben wir nicht deshalb die Anwälte als größte Berufsgruppe in unserem Land und einen Gesetzeswust, der alle Lücken schließen soll, durch die man mit krimineller Energie immer finden wird? – Sicher, eine klare Gesetzeslage würde das Erstreiten des Rechts an der ordnungsgemäßen Vergütung der eigenen kreativen Leistung einklagbar machen. Aber welcher Künstler kann sich schon einen teuren Anwalt dafür leisten? – Selbstausbeuter sind wir alle, die wir im Leben die Sinnfrage anders stellen – das sind die fast alle, die wirklich „Kultur“ – auf allen ihren Gebieten – meinen.

    Das Thema sollten wir wirklich auf MARIPOSA mal ausdiskutieren!

  • Lieber Frank,

    ein wirklich guter, ehrlicher Artikel zum einem wichtigen Zeitphänomen, dem Auseinanderklaffen zwischen dem Denken des Künstlers und dem der am weitest verbreiteten Spezies, dem „Homo Oeconomicus“… Du hast natürlich völlig recht, wenn Du die Vernunft – den Kant’schen Imperativ – zur dringend anstehenden Lösung der Urheberrechtfrage im Internet aufs „Podium“ rufst, wenn schon der Wertekanon einer echt humanistischer Gesinnung nicht mehr trägt. Aber, hat denn „Vernunft“ heutzutage noch eine Chance? Hat sie je wirklich eine gehabt? Und – sind die Anwälte nicht gerade deshalb die zahlenmäßig größte Berufsgruppe in unserem Land? Eine Überfülle von Gesetzen, durch die kein normaler Mensch mehr durchblickt, soll alle Lücken schließen, durch die man mit krimineller Energie immer finden wird? – Sicher, eine klare Gesetzeslage würde das Erstreiten des Rechts an der ordnungsgemäßen Vergütung der eigenen kreativen Leistung einklagbar machen. Aber welcher Künstler geht denn gern vor Gericht oder kann sich gar einen teuren Anwalt dafür leisten? – Selbstausbeuter sind wir alle, die wir im Leben die Sinnfrage anders stellen – das sind fast alle die, die wirklich „Kultur“ – in jedem einzelnen Bereich – meinen.

    Das Thema sollten wir wirklich auf MARIPOSA mal ausdiskutieren!

  • Pingback: Linksammlung Urheberrecht ()

  • Lieber Frank, ein wichtiger Artikel. Die Wurzel des Konflikts ist m.E. die bewußte Negierung unserer geltenden Rechtsauffassung auf Seiten der Konsumenten, also jedem einzelnen von uns. Eine Lösung kann folglich nur in der Übernahme von Verantwortung von jedem einzelnen von uns liegen. Die Herausforderung ist, ob sich das „Werte“-Rad überhaupt zurückdrehen lässt, nachdem man mittlerweile fast schon gesellschaftlich als „uncool“ angesehen wird, wenn man z.B. für Musik noch bezahlt – ohne dass die ultima ratio Bestrafung ist. Verantwortungsübernahme entsteht m.E. durch Erziehung und Werteweitergabe und diese Werte sollten in der physischen wie in der digitalen Welt gelten und selbstverständlich sein auch wenn diese Welten sehr unterschiedlich funktionieren. Wenn ich an einem Obststand einen Apfel sehe, dann würde ich nie auf die Idee kommen, diesen einfach zu nehmen und zu essen ohne zu bezahlen. Es sei denn, der Obsthändler sagt: „Bedienen Sie sich bitte, ich schenke Ihnen diesen und sagen sie es weiter.“ Ich wünsche mir in einer Welt zu leben, in der Werte respektvoll, ganzheitlich und kanalübergreifend gelebt werden und Menschen von ihrer Arbeit leben können. Deswegen bezahle ich meinen Apfel genau wie meine downgeloadete Musik und bringe dies auch meinen Kindern bei. You can call me dreamer. But I am not the only one…:-) Dein Christian

  • Bravo, lieber Frank.
    Danke für diesen Artikel!
    Dialog ist die Basis der funktionierenden Gesellschaft.
    Reinhard

  • Lieber Frank,

    ein sehr guter Artikel mit einem konstruktiven Vorschlag wie beide Seiten zusammen kommen könnten und nicht ewig „gewollt“ aneinander vorbei reden. Mit scheint gerade bei der Wahrung des Urheberrechts ist Kreativität und Wille von allen für alle zu gleich gefragt.

    Viele Grüße
    Jo.

  • Lieber Frank,
    ich weiß nicht so ganz, wie ich Deine Stellungnahme verstehen soll. Ein bisschen Frieden ging mir ehrlich gesagt schon auf den Keks, als Ralph Siegel die Welt damit beglücken wollte. Mein Lebensmotto: Klare Sprache für klare Verhältnisse!
    Wer meine Arbeitskraft in Anspruch nimmt und dafür keinen Gegenwert leistet, der bereichert sich auf meine Kosten. Seit Spartakus mussten Millionen Menschen überall auf der Welt sterben, weil sie diese Ausbeutung nicht hinnehmen wollten. Heute weiß auch der mieseste Ausbeuter, ob ich ihm ein Lied trällere oder seinen Grabstein meißle : „ willst du Möhrchen musst du zahlen!“ Dieser unverrückbare Grundsatz kann nicht in Frage gestellt werden, nur weil uns kein praktikabler Weg einfällt ein weltweites Heer von Ausbeutern, Dieben und Betrügern in Schach zu halten. Piraten sind nur im Kinderbuch romantisch, im Leben sind es Gangster, denen das Handwerk gelegt werden muss.
    Viele Grüße
    Paul

  • Lieber Frank,
    ich weiß nicht so ganz, wie ich Deine Stellungnahme verstehen soll. Ein bisschen Frieden ging mir ehrlich gesagt schon auf den Keks, als Ralph Siegel die Welt damit beglücken wollte. Mein Lebensmotto: Klare Sprache für klare Verhältnisse!
    Wer meine Arbeitskraft in Anspruch nimmt und dafür keinen Gegenwert leistet, der bereichert sich auf meine Kosten. Seit Spartakus mussten Millionen Menschen überall auf der Welt sterben, weil sie diese Ausbeutung nicht hinnehmen wollten. Heute weiß der mieseste Ausbeuter, ob ich ihm ein Lied trällere oder seinen Grabstein meißle : „ willst du Möhrchen musst du zahlen!“ Dieser unverrückbare Grundsatz kann nicht in Frage gestellt werden, nur weil uns kein praktikabler Weg einfällt ein weltweites Heer von Ausbeutern, Dieben und Betrügern in Schach zu halten. Piraten sind nur im Kinderbuch romantisch, im Leben sind es Gangster, denen das Handwerk gelegt werden muss.
    Viele Grüße
    Paul

  • liebertausendsassaundmusikfilmfreundfrank, mensch, guterartikel, finde ich alles nachvollziehbar, nur aber wie „das Problem“ loesen??…,
    sonniggegrrruesse! musikfilmfreundpeter
    ps
    selbst meine kleinen „undergroundfilme“ sind fast schon alle im netz“geklaut“; d.h. ich seh keinen cent fuer etliche 10.000 downloads…, dabei waere ich schon fuer 1euro erfreut…
    pps
    das ganze ist auch eine entwicklung des altenbegriffs „turbo-kapitalismus“, der gedanken wie respekt etc kaum kennt…

  • Lieber Frank,
    ein wirklich guter, ehrlicher Artikel zum einem wichtigen Zeitphänomen, dem Auseinanderklaffen zwischen künstlerischem Denken und dem heute am weitesten verbreiteten Denken: dem des „Homo oeconomicus“… Du hast natürlich völlig recht, wenn Du die Vernunft – den Kant’schen Imperativ – zur dringend anstehenden Lösung der Urheberrechtfrage im Internet aufs „Podium“ rufst, wenn schon ein ethisch-humanistisch begründeter Wertekanon nicht mehr trägt. Aber, können wir auf „Vernunft“ bauen, durften wir das je in unserer Geschichte? Warum sind Anwälte die größte Berufsgruppe in unserem Land? Kann ein Dschungel von Gesetzen alle Lücken schließen, durch die kriminelle Energie immer finden wird? – Sicher, eine klare Gesetzeslage würde das Erstreiten des Rechts an der ordnungsgemäßen Vergütung kreativer Leistungen einklagbar machen. Aber welcher Künstler tut das letztendlich, und welcher Künstler kann sich einen teuren Anwalt dafür leisten? – Selbstausbeuter sind wir alle, die wir im Leben die Sinnfrage anders stellen – und das sind fast alle, die wirklich „Kultur machen“.
    Das Thema sollten wir wirklich auf MARIPOSA mal ausdiskutieren!

  • Lieber Frank,

    bei all den vielen Debatten um dieses Thema habe ich noch keinen Beitrag gelesen, der den Schaffensprozess von der Idee, über das erste Layout hin zum fertigen Song und der dann folgenden Produktion mit den Gastmusiker Honoraren inkl. Fotos und Artwork als Ganzes beschreibt und unabhängig vom geistigen Eigentum erstmal darlegt was eine professionelle Produktion kostet… und wie viel davon dann nach der Vorauszahlung an die GEMA dann verkauft werden muss um A. all die Kosten zu decken und B. Irgendwann etwas verdient wird- Die Argumentation der „Piraten“ ist ein Schlag ins Gesicht aller Kreativen und muss mit aller Härte ich wiederhole aller Härte bekämpft werden. Hier ist Solidarität unter allen Künstlern gefragt – die ich schon lange vermisse, vielleicht ist nun der richtige Moment gekommen um sich zusammen zu tun und derartige „Diebe“ denn etwas anderes sind Piraten nicht, zu bekämpfen. Es lebe die Royal Navi der Musik… hura hura hura

  • wow. hab die ersten 5o-100 zeilen gelesen und sogar verstanden. dann war ich kraftemäßig überfordert. arbeite gerade am covern von rockheavies mit alcatraz für ein konzert in finkenwerder an himmelfahrt( du erinnerst dich an meine mail?). das ist hoffentlich immer noch unbedenklich. werde ich ja hoffentlich bestätigt kriegen, wenn ich mal weiterlese. siest gut aus.
    liebe grüße
    peter

  • Pingback: (m)eine bestandsaufnahme. | Alles.Nichts.Und. ()

  • Ich find das gut.

  • Hallo Herr Otto,
    mein Kommentar kommt etwas spät. Es wird immer einige Kandidaten geben, die mit dem Wort „Unrechtbewusstsein“ nichts anzufangen wissen. Dagegen muss etwas getan werden.
    Claus Vogel

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